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Bonn: Jacques Tilly. Wagen und Widerstand Neu

https://www.kunstmuseum-bonn.de/de/ausstellungen/jacques-tilly/


29.11.2026 - 14.03.2027
Kunstmuseum Bonn Helmut-Kohl-Allee 2 D -53113 Bonn
Eröffnung: Sonntag, 29.11.2026, 11:30 Uhr

Was passiert, wenn gesellschaftliche Kritik auf künstlerische Zuspitzung trifft? Parallel zum Ausstellungsprojekt FREIRÄUME. Zwischen Wandel und Widerstand (26.11.2026 – 04.04.2027) präsentiert das Kunstmuseum eine Sonderausstellung mit dem renommierten Satiriker und Künstler Jacques Tilly (*1963 in Düsseldorf). Sie thematisiert die Bedeutung des Karnevals als zentralen gesellschaftlichen Freiraum unserer Demokratie.



In einer Zeit, in der Debattenräume zunehmend enger werden, widmet sich diese Schau dem Kern von Tillys Schaffen: dem Kampf um die Freiheit von Satire, Provokation, Kritik und künstlerischer Zuspitzung. International bekannt wurde Tilly durch seine oft drastischen Entwürfe für den Düsseldorfer Rosenmontagszug, die weltweit Aufmerksamkeit erregen. Für die Ausstellung verwandelt der Künstler das Museum in ein Laboratorium der Kritik und des Widerstands.



„Tillys Werk ist eine plastische Chronik unserer demokratischen Auseinandersetzungen. Er kommentiert gesellschaftlichen Wandel mit der Schärfe eines genauen Beobachters und nutzt dabei den Karneval als politischen Freiraum, in dem die Machtverhältnisse radikal umgekehrt werden“, so Dr. Claudia Emmert, Intendantin des Kunstmuseums und Kuratorin der Ausstellung.



Die Ausstellung macht sichtbar, wie Tilly die Tradition der Narrenfreiheit ins 21. Jahrhundert übersetzt. Seine Wagen und Figuren greifen politische Machtstrukturen, religiöse Institutionen und gesellschaftliche Missstände auf – pointiert, humorvoll und kompromisslos. Damit stoßen sie Debatten an, die weit über den Karneval hinausreichen, und erinnern an die Relevanz von Meinungsfreiheit und Kritik in einer offenen Gesellschaft. Zu sehen sind Modelle seiner Großplastiken aus verschiedenen Jahrzehnten, Entwurfszeichnungen sowie Fotografien und Film. Die Präsentation reicht von Arbeiten aus der Zeit der Bonner Republik und des geteilten Deutschlands bis zu aktuellen internationalen Reaktionen auf sein Werk – begeisterte Zustimmung, aber auch Proteste, Zensurversuche und staatliche Verfolgung.

Eingetragen am: Samstag, 12.09.2026


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