Skip to Content

Home > Deutschland > Berlin > Berlin: Nadia Kaabi-Linke. Seeing Without Light

< Previous | Next >


Nadia Kaabi-Linke, Inner Circle, Detail, 2021 © Nadia Kaabi-Linke / 2023 VG Bild-Kunst, Bonn / Foto: Timo Kaabi-Linke

Nadia Kaabi-Linke, Inner Circle, Detail, 2021 © Nadia Kaabi-Linke / 2023 VG Bild-Kunst, Bonn / Foto: Timo Kaabi-Linke

Berlin: Nadia Kaabi-Linke. Seeing Without Light

https://www.smb.museum/ausstellungen/detail/nadia-kaabi-linke-seeing-without-light/


08.09.2023 - 24.03.2024
Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart Invalidenstraße 50/51, 10557 Berlin-Mitte
In ihrer Einzelausstellung im Hamburger Bahnhof erforscht die Berliner Künstlerin Nadia Kaabi-Linke verborgene Spuren von Gewalt, die unbemerkt Geschichte und Gegenwart prägen. Die Ausstellung konfrontiert historische Auslöschungen und untersucht die Rolle von Zensur und Gewalt in der Kunst- und Politikgeschichte Mitteleuropas. Ein zentrales Projekt ist dabei "Blindstrom-Extrakte" (2023), das sich auf eine Sammlung von Gemälden bezieht, die in den 1930er-Jahren vom sowjetischen Geheimdienst zensiert und beschlagnahmt wurden. Diese Sammlung befindet sich heute im Nationalen Kunstmuseum der Ukraine.

Nadia Kaabi-Linke, 1978 in Tunis mit ukrainischem und tunesischem Hintergrund geboren, präsentiert im Hamburger Bahnhof das Projekt "Blindstrom-Extrakte" (2023). Ursprünglich für das Nationale Kunstmuseum der Ukraine konzipiert, wurde das Werk für Berlin angepasst. Es beschäftigt sich mit der "Spezfond"-Sammlung des Nationalen Kunstmuseums der Ukraine, die Werke aus den 1920er- und 1930er-Jahren umfasst. Eines dieser Gemälde, "Erntebesichtigung" (1937), wird in Berlin gezeigt. Aufgrund der darin dargestellten Ereignisse oder des damals in der Ukraine vertretenen Formalismus wurden diese Werke von der sowjetischen Zentralregierung in Moskau beschlagnahmt. Einige der Künstler*innen wurden verfolgt, inhaftiert und exekutiert. Die geplante Zerstörung der Gemälde scheiterte jedoch aufgrund des Einmarsches der deutschen Wehrmacht.

Zusätzlich zu Werken aus zwei Jahrzehnten künstlerischen Schaffens wird in der Ausstellung die eigens entstandene Video- und Klanginstallation "Bud’mo" (2023) gezeigt. Diese Mehrkanalprojektion versetzt die Besucher*innen in den "Partisanenwald" Chronyi Lis (dt. schwarze Blätter) und den Bronetskyi Wald in Galizien. Sie erzählt von historischen Verbindungen und vergessenen oder ausgeblendeten Überschneidungen der ukrainischen, deutschen und russischen Geschichte. "Bud’mo" wurde im Frühjahr 2023 in der Ukraine produziert und wird zum ersten Mal im Hamburger Bahnhof präsentiert.

Eingetragen am: Mittwoch, 19.07.2023
Letzte Änderung: Dienstag, 29.08.2023


Ihre Stimme Fehler oder Änderung mitteilen