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Sebastian Riemer, Bird Cage, aus der Serie Press Paintings, 2017 Pigmentdruckverfahren, 101 x 130 cm, © VG Bild-Kunst 2019, Courtesy Galerie Dix9 - Hélène Lacharmoise Paris

Sebastian Riemer, Bird Cage, aus der Serie Press Paintings, 2017 Pigmentdruckverfahren, 101 x 130 cm, © VG Bild-Kunst 2019, Courtesy Galerie Dix9 - Hélène Lacharmoise Paris

Heidelberg: Biennale für aktuelle Fotografie Geändert

https://hdkv.de/ausstellungen/


29.02.2020 - 26.04.2020
Heidelberger Kunstverein Hauptstrasse 97 D-69117 Heidelberg
Das Fotoevent des Jahres: Die Biennale für aktuelle Fotografie hat sich international einen Namen gemacht. 2020 wählte der britische Fotoexperte und Kurator David Campany berühmte und neue Talente aus. Sechs Ausstellungshäuser der Metropolregion sind beteiligt. Der Heidelberger Kunstverein präsentiert unter dem Titel ›Yesterday’s News Today‹ Arbeiten von internationalen Stars wie Thomas Ruff, Sebastian Riemer oder Clare Strand.

Eine der wichtigsten Aufgaben des 21. Jahrhunderts besteht darin, dem 20. Jahrhun- dert einen Sinn zu verleihen: es bis auf die Knochen zu durchleuchten, um kleine Anhaltspunkte dafür zu entdecken, was aus uns geworden ist. Wir durchsuchen jenen „Haufen von Fragmenten privater Bilder vor einem zerschlissenen Hintergrund von Gemetzeln und Krönungen“, in dem der Schriftsteller Italo Calvino die „wahre, totale Fotografie“ erkannte.

In den vergangenen zehn Jahren wurden Hunderttausende alte Nachrichtenfotos, meist Schwarz-Weiß-Bilder im Format 8×10 Zoll, online verramscht. Die Zeitungen kämpfen ums Überleben und die alten Fotos in ihren Archiven werden als Erstes aufgegeben. Die meisten gehen für wenige Dollar an den oder die erstbeste*n Käufer*in. Welches Schicksal auch immer diesen Fotografien bestimmt ist – sie finden sich in neuen Kontexten wieder, um von Künstler*innen umgedacht, von Sammler*innen er- worben, von Historiker*innen untersucht und von Kurator*innen ausgestellt zu werden. Das Interesse, das Künstler*innen augenblicklich an alten Nachrichtenbildern zeigen, bewegt sich zwischen Medienarchäologie, Geschichte und Bildgestaltung. Die alten Fotos werden überarbeitet, aber auch repräsentiert, damit wir sie in ihren fremdartigen neuen Zusammenhängen betrachten oder unvermutet antreffen können. Das Ergebnis ist eine Art Viel-Zeitlichkeit, in der das Bild als das gesehen wird, was es war, was es jetzt für die Künstler*innen und Betrachter*innen ist und was es in Zukunft werden könnte.

Eröffnung im Heidelberger Kunstverein: Sonntag, 1.3.2020, 11 Uhr
mit anschließendem Rundgang mit Kurator und Künstler

Eingetragen am: Samstag, 25.01.2020
Letzte Änderung: Dienstag, 28.01.2020


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